Über uns

Die Studia Latinitatis sind ein studentisches Gemeinschaftsprojekt, welches ins Leben gerufen wurde, um neue und kreative Zugänge zur lateinischen Literatur der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit zu eröffnen. In verschiedenen Unterrichtsformaten üben wir gemeinsam das aktive Sprechen und Schreiben mit dem Ziel, ein Gefühl für den Nuancenreichtum des Lateinischen zu entwickeln und seine Literatur in ihrer vollen klanglichen Schönheit und gedanklichen Raffinesse besser schätzen zu lernen.

Nie ist das aktive Lateinsprechen dabei ein Selbstzweck, sondern richtet sich stets auf das Ziel, den Reichtum der in dieser Sprache verfassten Literatur besser erfahr- und erlebbar werden zu lassen. Indem unsere Teilnehmer ein Gefühl für die zahlreichen Ausdrucksmöglichkeiten der Sprache entwickeln, lernen sie, dass lateinische Texte nichts unabänderbar in Marmor Gemeißeltes sind, sondern ihre letztliche Gestalt auf unzähligen einzelnen Entscheidungen der Autoren beruhen, ihre Gedanken in genau diesen Worten und nicht anderen auszudrücken; ihren Text genau so und nicht anders zu strukturieren. Dies kann nur nachfühlen, wer sich selbst darin übt, seine Gedanken in den Begriffen der alten Sprache kreativ und mit einem Gespür für diese feinen Unterschiede selbst auszudrücken.  

Das Sprechen, Schreiben und Hörverstehen lässt sich im Lateinischen genauso üben, wie in jeder anderen Sprache. Der Unterschied zwischen dem ‚toten‘ Latein und den modernen Sprachen liegt darin, dass es keine muttersprachliche Gemeinschaft mehr gibt, in der Interessierte diese Sprache erleben können. Latein ist nicht ‚tot‘, sondern ist nur in einer bestimmten Form seiner Entwicklung durch starke Normierung und Festschreibung gewissermaßen so ‚eingefroren‘, dass es sich strukturell daraufhin nicht mehr wesentlich gewandelt hat.

Wer mit dem Wörterbuch und Grammatiken vor stummen, nicht mehr klingenden Texten sitzt, hat es oft schwer, sie in ihrer Kreativität und Frische als etwas Menschliches zu erfahren und eine persönliche Beziehung zu ihnen aufzubauen. Dem, der keine Gelegenheit hat, gelernte Vokabeln selbst aktiv zu gebrauchen, fällt es oft schwer, sich an sie zu erinnern. Ihnen fehlt es an Relevanz, an Verankerung im Alltagsleben, für das unser Gehirn seine wertvollen Kräfte lieber aufspart.

Daher engagieren wir uns dafür, an den verschiedenen Universitäten kleine ‚Räume‘ und ‚Rahmen‘ zu schaffen, in denen interessierte Studierende Latein als gesprochene Sprache aus einer neuen Perspektive kennenlernen, erleben und gemeinsam einüben können. Theaterszenen, das Singen lateinischer Lyrik, das kreative Verfassen von neuen und Umschreiben von alten Texten schaffen einen Raum, in dem vorhandene, passive Lateinkenntnisse in aktive Sprachkompetenz verwandelt, Vokabeln in Gesprächen angewandt und Schwierigkeiten gemeinsam abgebaut werden können.

So entstehen kleine, lokale ‚Lateinkulturen‘, motivierende und unterstützende Gemeinschaften, welche die Begegnung mit lateinischen Texten zu etwas emotional Positivem machen, indem sie diese mit gemeinsamer Freude, aktiver Gestaltungsfähigkeit und lebensweltlicher Relevanz verbinden. Es sind diese lokalen Lateinkulturen, die den alten Texten einen festen, wenn auch klar umgrenzten und gerahmten ‚Sitz in unserem Alltagsleben‘ geben.

Studia Latinitatis organisiert wöchentliche Übungsstunden an den Universitäten Freiburg (Studia Latinitatis Friburgensia), Innsbruck (Studia Latiniatis Aenipontana) und München (Studia Latinitatis Monachensia). In Freiburg und Innsbruck gibt es jeweils eine Anfänger- und eine Fortgeschrittenengruppe.

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